Folienstau im Laminiergerät – was tun?
Laminieren ist eigentlich kinderleicht. Mit Einführhilfen, Überhitzungsschutz oder Auswurfbehältern sind Laminiergeräte heutzutage so gut ausgestattet, dass eigentlich jeder damit umgehen können sollte.
Dennoch passiert es hin und wieder auch Profis: Folienstau. Die Laminierfolie hat sich im Gerät verknittert, ist verkantet, um die Rollen gewickelt oder steckt einfach nur noch fest. Jetzt ist guter Rat teuer. Ich erkläre dir, was zu tun ist und wie du Folienstau generell vermeiden kannst.
Folienstau – was tun?
Bevor du das Laminiergerät zur Reparatur schickst probiere einfach mal folgende Tipps:
1. Abkühlen lassen
Unbedingt das Laminiergerät abkühlen lassen, bevor du in irgendeiner Weise versuchst die Folien heraus zu bekommen. Heiße Rollen können die Folie sonst noch stärker verkleben und das Entfernen erschweren. Zudem haben sie Temperaturen bis zu 150 Grad – und können schnell schmerzhafte Verbrennungen verursachen. Einige Laminierer von Fellowes zum Beispiel haben dafür eine “HeatGuard-Technologie”, die die Rollen gar nicht erst zu heiß werden lässt.
2. ABS (Antiblockiersystem) nutzen

Fast alle Laminiergeräte haben ein Anti-Blockiersystem, kurz “ABS” genannt: Das ist eine unscheinbare Taste an der Seite oder hinten am Gerät. Mit dieser lässt du die Rollen rückwärts laufen und das fehlgeschlagene Dokument vorne wieder ausspucken. Das sollte dein erster Versuch sein, den Folienstau zu beheben.
In den meisten Fällen rutscht die verklemmte Laminierfolie direkt raus und du brauchst das Gerät nicht aufzuschrauben.
Im Folgenden findest du meine Empfehlungen für hochwertige Laminierer mit zuverlässiger ABS Funktion:
3. Folie vorsichtig entfernen
Bei einem leichten Stau kannst du die Folie vorsichtig mit den Fingern oder einer Pinzette herausziehen. Zieh nicht zu stark und reiße nichts, sonst könnten Rollen oder Heizelemente beschädigt werden.
4. Laminiergerät öffnen
Versuche das Gerät vorsichtig zu öffnen. Einige Laminierer verfügen über eine Wartungsklappe (ein Blick in die Anleitung verrät es dir), andere müssen manuell geöffnet werden: Mit einem kleinen Schraubenzieher löst du die Verbindungsschrauben und nimmst das Oberteil ab. Soweit, dass du gerade an die Rollen kommst und die verknitterten oder gar verkohlten Stücke der Folie entfernen kannst. Ärgerlich ist natürlich, dass dadurch in den meisten Fällen die Garantie erlischt.
Einige Laminiergeräte von Fellowes haben mit der “Easi-Access Technologie” eine überaus praktische Möglichkeit, das Gerät auch so aufzuklappen. In einigen anderen neueren Produkten hat der Hersteller ebenfalls an einfache und werkzeuglose Zugänge zu den Rollen geachtet.
So beugst du Folienstau vor
Hier noch ein paar Tipps, wie du Folienstau von vorn herein grundlegend vermeiden kannst:
1. Aufwärmzeit abwarten
Aufwärmzeit ist die Zeit, die dein Gerät benötigt um die Rollen für die Heißlaminierung auf Betriebstemperatur zu bringen (je nach Gerät zwischen 1 und 6 Minuten). Führst du die Laminierfolien vorher ein, verschmelzen sie nicht richtig miteinander. Die Folge: sie verknittern und können Folienstau verursachen.
Im Folgenden habe ich dir zwei Laminierer aus meinen Tests aufgelistet, die mit einer Minute eine super kurze Aufwärmzeit aufwarten können:
2. Einfuhr gerade und geschlossen
Führe die Laminierfolie gerade ein – mit der geschlossenen Seite voran. So verhinderst du Faltenbildung und Folienstaus. Einige Laminiergeräte verfügen über Einfuhrhilfen oder zumindest Markierungen, welche dir das akkurate Positionieren und ordnungsgemäße Einlegen deutlich erleichtert.
Sobald die Rollen die Laminierfolie greifen, wird sie automatisch durch das Gerät gezogen.
Es versteht sich wohl von selbst, dass du tunlichst vermeiden solltest Dokumente ohne Laminierfolie drumherum einzuführen. Das verbrennt das Dokument selbst unwiderbringlich und schädigt auch die Rollen des Laminiergerätes.
Hier nochmal eine kurze Checkliste:
Jedes der von mir getesteten Laminiergeräte verfügt über eine so genannte ABS-Taste (Anti-Blockier-System-Taste). Diese entsperrt die Rollen und hilft dir, verklemmte Folien wieder aus dem Gerät heraus zu bekommen. Einige Laminiergeräte besitzen darüber hinaus noch einen Sensor der schief eingelegte Folien automatisch erkennt und den Laminierprozess gar nicht erst startet.
3. Richtige Temperatur beachten

Viele Laminiergeräte bieten nur Heißlamination mit fixer Temperatur an. Einige Laminiergeräte haben jedoch einen mehrstufigen Temperaturregler, einen Kippschalter oder ein Bedienfeld mit dem du die Hitze der Rollen je nach Foliendicke komfortabel anpassen kannst.
Solche Modelle würde ich dir empfehlen – das ist auch nötig denn dickere Folien benötigen eine höhere Temperatur sicher und wasserdicht um zu verschmelzen.
Dünnere Folien sollten bei niedrigeren Temperaturen laminiert werden – ansonsten zerschmelzen und verkohlen sie und verstopfen im schlimmsten Fall das Gerät.
4. Vorgegebene Folien- und Materialdicke einhalten

Die Hersteller von Laminiergeräten geben immer eine maximale Foliendicke in Mikron (mic) an. Häufig wird zusätzlich auch eine maximal zulässige Materialdicke für das einzuschweißende Dokument angegeben.

“Bei der Heißlaminierung wird die Laminierfolie doppelt um das Dokument gelegt. Das bedeutet, dass sich die tatsächliche Gesamtdicke aus der doppelten Foliendicke plus der Dicke des Dokuments ergibt. Beispiel: Verwendest du eine 125-mic-Folie, beträgt die Foliendicke bereits 250 mic, zuzüglich der Papierstärke. Diese Gesamtdicke muss innerhalb der vom Hersteller angegebenen Grenzwerte liegen.”
Hältst du diese Angaben nicht ein, kann es zu Papier- oder Folienstau kommen oder im schlimmsten Fall zu Schäden an den Laminierrollen oder der Heizeinheit.
Achte daher unbedingt darauf, die Herstellerangaben zur maximalen Foliendicke und Materialstärke einzuhalten, um dein Laminiergerät zu schützen und saubere Ergebnisse zu erzielen.
Um dir das nochmal im Detail zu zeigen, habe ich ein Ratgeber Video für dich:





